Lichtschlag Buchverlag

Freiheitsfunken

Werner Olles - Gegengift, 1. 9. 2008

Es sind bisweilen „wütende Aphorismen“ gegen die „Freiheitsfeinde von rechts und links“, die ohnehin nur „vermeintliche Gegensätze“ sind, so Carlos A. Gebauer in seinem Vorwort zu Roland Baaders aphoristischen Impfungen „Freiheitsfunken“. Und in der Tat hat man als gestandener Etatist, der noch immer vom starken Staat auf allen Ebenen träumt, mit manchen dieser „aufklärenden Gedanken“ (Gebauer) so seine Schwierigkeiten. Daß sich die Lektüre dennoch lohnt, liegt vor allem auch daran, daß intellektuelle Provokationen – und um solche handelt es sich hier durchaus – für das eigene Wahrnehmungsvermögen nur von Nutzen sein können. Im Übrigen haben einsame Rufer in der Wüste immer Respekt verdient.

In der Tat schont Baader niemanden. „Man muß den Linken in Deutschland eine Leistung neidlos zugestehen: Sie haben es über alle Zeiten hinweg geschafft, niemals etwas hinzuzulernen.“ Tusch, das hat gesessen, aber der Autor legt gleichwohl noch mal kräftig nach: „Der Sozialismus ist eine Religion der Lüge. Ihre Glaubenssätze sind: Neid und Mißgunst, Haß und Verachtung, Faulheit und Mittelmäßigkeit, Raub und Diebstahl.“ Auch hier wagen wir kaum zu widersprechen. Goldrichtig liegt er auch, wenn er behauptet: „Im Gegensatz zum Sozialismus ist der Kapitalismus keine Kopfgeburt, sondern eine Art menschliches Naturereignis. Deshalb hassen ihn die Intellektuellen.“

Ja doch, so lieben auch wir Baader. Problematischer wird es dann schon, wenn er postuliert: „Ökonomische Globalisierung: Ja! Politische Globalisierung: Nein!“ Weil, das eine wird´s nun mal nicht ohne das andere geben. Sehr schön dagegen wieder: „Seltsam, daß sich die politischen Zampanos der sozialistischen Länder bei ernsthaften Gesundheitsmängeln in Schweizer Privatkliniken fliegen ließen, um sich dort dem privaten Profitstreben auszuliefern.“ Und auch einen Satz wie „Das einzige wahre Menschenrecht ist das Recht, in Ruhe gelassen zu werden – von jedem, den man nicht eingeladen hat oder den man nicht willkommen heißt“ würden wir ohne zu Zögern unterschreiben.

Wenn´s um den wahren und echten Liberalismus geht, kennt Baader keine Verwandten mehr: „Die meisten Menschen haben Angst vor den besseren und klareren Ideen des Liberalismus, weil es vor diesen keine Ausreden mehr gibt für Versagen, Schwäche und Trägheit.“ Das klingt nun wirklich ein bissel arg eschatologisch, und so können wir es uns auch nicht verkneifen mit einem ziemlich bösartigen Zitat Ernst Jüngers darauf zu antworten: „Der Liberalismus öffnet den Mördern Tor und Tür!“ Päng!

Doch wollen wir es zum Schluß versöhnlich ausklingen lassen: „Mit den Pflanzen und Tieren ist Gott nicht das Risiko eingegangen, daß seine Schöpfung scheitern könnte. Mit dem Menschen wohl.“ Dem stimmen wir von Herzen zu!

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