kurz und kritischMichael Gerwarth & Gabriele Kalmár - Deutschlandradio Kultur, 1. 6. 2008 Der Staat kämpft gegen Schwarzarbeit und richtet eine neue Überwachungsbürokratie ein. Nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass die Kosten dafür alle erzielten Einnahmen übersteigen. Solche Beispiele sind Wasser auf die Mühlen von Carlos A. Gebauer. Der Medizinjurist und Publizist ist ein Trommler für den Minimalstaat, in dem wirtschaftliche Betätigung die Sache von Privatverträgen ohne staatliche Einmischung bleibt. Süffisant und unterhaltsam plädiert der auch als RTL- Fernsehanwalt bekannt gewordene Autor für einen positiv entfesselten Kapitalismus. Von irrigen wie irrsinnigen Restriktionen befreit, kann erst der freie Bürger verantwortungsvoll handeln. Gerade auf seinem angestammten Fachgebiet, dem Gesundheitswesen, holt Gebauer die meisten Punkte. Kunststück, denn hier herrscht ein Regulierungswahn paranoiden Ausmaßes vor. Für Staatsgläubige aller Couleur dürfte dieses Buch eine Provokation sein. Darum ist es notwendig, erfrischend - und der Empfehlung wert. |